Herr Adidas: Wie der bayerische Schuhmacher Adolf Dassler den Weltsport veränderte

Germania-online erinnert sich an die Biografie eines deutschen Kaufmanns und spricht über seine langjährige Konfrontation mit seinem älteren Bruder Rudolph, dem Schöpfer von Puma.
Das bayerische Herzogenaurach galt lange vor dem Aufkommen von Adidas und Puma als Schuhmacherstadt. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zählte die Bevölkerung nach Angaben der Volkszählung nur 3.500 Einwohner, von denen 112 mit der Herstellung von Schuhen beschäftigt waren. Adolf war der jüngste Sohn des Schuhmachers Christophe Dassler und der Waschfrau von Paulina Dassler. In der Kindheit transportierte er zusammen mit seinen älteren Brüdern Fritz und Rudolph Unterwäsche, die von seiner Mutter gewaschen wurden, durch die Stadt.

Später schickten seine Eltern ihn zu einem örtlichen Bäcker, aber Adolf arbeitete nicht gern als Lehrling. Seine wahre Leidenschaft war Sport. Er spielte Fußball, Boxen, Hockey, Skifahren und Skispringen. Diese Typen haben nur auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Tatsächlich benötigen sie alle eine ernsthafte Ausrüstung, und für den jungen Adolf Dassler war die Verbesserung seiner eigenen Sportausrüstung eine besondere Freude.

Nach dem Ersten Weltkrieg eröffnete er ein Schuhgeschäft in der ruinierten mütterlichen Wäsche. Eine seiner ersten Kreationen waren Sportschuhe, für die er seinen Nachbarschmied schmiedete. 1923 trat Rudolph in das wachsende Unternehmen ein und ein Jahr später meldeten die Brüder offiziell das Werk von Gebrüder Dassler an.

Nach den Memoiren der Zeitgenossen ergänzen sie sich perfekt. Rudolphs Spezialisierung war der Verkauf: Er verstand es, Partner zu verhandeln und zu faszinieren. Es gab Legenden über seine zahlreichen Romane – der älteste von Dasslers war als der wichtigste Herzensbrecher von Herzogenauraha und allen umliegenden Städten bekannt. Adolf war Schöpfer und unermüdlicher Experimentator. Er verbesserte seine Modelle ständig, probierte neue Materialien aus (einschließlich exotischer Materialien wie Haifischhaut oder Känguruleder) und war überzeugt, dass jede Sportart eigene Schuhe braucht.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahm die Beliebtheit von Sportwettkämpfen dramatisch zu, und Dasslers beeilte sich, die Situation auszunutzen. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin traten die meisten deutschen Athleten in den Schuhen ihrer Produktion auf. Adolf träumte jedoch von Weltruhm und machte einen unerwarteten Schritt für ein Mitglied der NSDAP (die Brüder traten Anfang der 30er Jahre in die Partei ein): Er schlug dem afroamerikanischen Athleten Jesse Owens Turnschuhe vor, der dem Rassismus, der in Berlin geworden war, einen symbolischen Schlag versetzte viermaliger Olympiasieger. Alle ihre Goldmedaillen gewann Owens in den Updates aus der Fabrik Dasslerov.

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